Epilog

Ende, aus, geschafft, abgehakt – wir sind auf dem Heimweg zurück ins Flachland. Die letzten Tage sind noch immer kaum fassbar, schwer zu realisieren. Jeder war komplett anders, nicht nur die Landschaften um uns herum änderten sich, auch wir mussten mit jedem Tag anders umgehen. Erst diese unbeschreibliche Hitze, dann in der Wochenmitte der Wetterumschwung, gestern dann schon die erste Ahnung vom Winter. Gefühlt waren wir mehrere Wochen unterwegs. Vollgepakt war jeder Tag, mehr konnte man nicht mehr umsetzen, wir haben jetzt schon Probleme, alles Erlebte und Gesehene zu verarbeiten. Vielleicht liegt das daran, dass wir die 8 Tage ganz bewusst wahrgenommen haben – jeden Schritt (insbesondere, wenn es bergauf ging) haben wir zu 100% so gesetzt, wie es in dem Moment richtig war. 8 Tage Konzentration, bewusstes Abwägen und das teilweise bis zu 7 Stunden am Tag. 

Körperlich sind wir leicht angeschlagen, nix Wildes: die Muskeln sind etwas schwer, an den ersten Tagen schmerzten die noch, so dass wir uns fragten, wie dabei noch ein sauberes Laufen möglich sein sollte. Aber der Schmerz wich der Funktion – es ging einfach. Ob das gesund ist, steht hier nicht zur Debatte. Ein Infekt hat sich eingerichtet, das Immunsystem scheint also nach eigener Höchstleistung an seine Grenze gekommen zu sein – verständlich.

Interessant vielmehr ist die Erkenntnis eines mentalen Zusammenbruchs. Der Geist ist satt, überfrachtet, übersäuert – müde. ‚Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper.‘ Scheinbar existiert hier tatsächlich eine starke Verbindung. 

Wir bedanken uns an dieser Stelle bei BladeRunner, Hannover: die Klamotten von Pearl Izumi sind der Hammer. Mit den gelben Shirts sind wir bei der ersten Etappe echt aufgefallen und bei der Wärme waren sie schön luftig. Die Schuhe haben wir auch auf unterschiedlichstem Terrain auf Tauglichkeit geprüft: gut geeignet auf trockenen ansteigenden Forstwegen, hochalpinen Pfaden und langen Downhills, wegen der guten Dämpfung. Die Sohlen mussten einiges aushalten, das haben sie mit Bravour gemeistert. 

  
Dicke Augenringe, optisch um mindestens 10 Jahre gealtert: so sieht man während der Etappen aus (auch wenn man nicht im Camp übernachtet). Dank ‚KoaWach‘ hatten wir aber ein probates Gegenmittel, um diesen vorzeitigen Alterserscheinungen etwas entgegen zu wirken. Super toller Stoff! Wir überlegen gerade, Energieriegel damit zu kreieren, für den nötigen Schub bergauf – anstelle von Gel & Co.. Hier unser ‚KoaMousse‘ mit Chiasamen an Kakaonibs und Basilikum – eine belebende (vegane) Alternative zu Pudding 🙂

  
Beeindruckt sind wir aber von dem heimischen Support, den wir erhalten haben. Als wir nach unserem Funkloch zwischendurch zum ersten Mal wieder Eure Nachrichten und Kommentare gesichtet haben, hat das einen guten Motovationsschub gegeben. Vielen Dank!

Laufende Grüße (nun laufen unsere Nasen ihren eigenen TAR),

Alex & Martin

  

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Etappe VI

Juchuuuu – das Ziel ist heute klar: eine Nacht im Hotel Arnica in Scuol, kein Camp, da das heute im Luftschutzbunker liegt. Man macht ja schon viel mit, aber es gibt auch gewisse Grenzen…
Das Wetter hat sich ja seit unserer Ankunft in der Schweiz deutlich geändert. Es hat sich erheblich abgekühlt, das Gewitterrisiko ist gestiegen und es ziehen Regenwollen auf. Heute früh hatten wir frische 7 Grad, aber trocken. Pessimisten prognostizierten auch schon wieder abenteuerliche Schnee-Einbrüche. Von all dem keine Spur – bestes Wedder: leicht sonnig, kein Regen und die brüllende Wärme ist endlich Geschichte!
  
Beim ersten Anstieg haben wir richtig Gas gegeben und waren plötzlich zwischen den ganzen führenden Teams – bei V1 sind wir sogar als 5. Mixed Team angekommen. Was so ein Ruhetag doch bewirkt 😉
An sich lief es auch gut weiter, schöne matschige Passagen, hier konnten die Schuhe mal wieder ihr Können unter Beweis stellen. 
Der 4. Anstieg der Etappe hat allerdings nochmal alles abverlangt: steile, geröllige Passagen, die die Waden immer fester werden ließen. Und da war sie wieder, die bohrende Frage: WARUM? Warum tut ihr Euch das hier gerade an? Können wir nicht Urlaub machen, wie normale Leute? Am Strand liegen zum Beispiel oder ne Wanderung einfach so…

Juchuuuu – das Ziel ist heute klar: eine Nacht im Hotel Arnica in Scuol, kein Camp, da das heute im Luftschutzbunker liegt. Man macht ja schon viel mit, aber es gibt auch gewisse Grenzen…
Das Wetter hat sich ja seit unserer Ankunft in der Schweiz deutlich geändert. Es hat sich erheblich abgekühlt, das Gewitterrisiko ist gestiegen und es ziehen Regenwollen auf. Heute früh hatten wir frische 7 Grad, aber trocken. Pessimisten prognostizierten auch schon wieder abenteuerliche Schnee-Einbrüche. Von all dem keine Spur – bestes Wedder: leicht sonnig, kein Regen und die brüllende Wärme ist endlich Geschichte!
  
Beim ersten Anstieg haben wir richtig Gas gegeben und waren plötzlich zwischen den ganzen führenden Teams – bei V1 sind wir sogar als 5. Mixed Team angekommen. Was so ein Ruhetag doch bewirkt 😉

 Edit   
An sich lief es auch gut weiter, schöne matschige Passagen, hier konnten die Schuhe mal wieder ihr Können unter Beweis stellen. 
Der 4. Anstieg der Etappe hat allerdings nochmal alles abverlangt: steile, geröllige Passagen, die die Waden immer fester werden ließen. Und da war sie wieder, die bohrende Frage: WARUM? Warum tut ihr Euch das hier gerade an? Können wir nicht Urlaub machen, wie normale Leute? Am Strand liegen zum Beispiel oder ne Wanderung einfach so…
Der Gipfel nähert sich langsam, 7 Kurven noch, dann ist es geschafft. Es wird immer steiler, jeder Schritt ist ganz bewusst – auch eine Form der Übung in Achtsamkeit, fast wie beim Yoga und doch irgendwie – anstrengender. 
Nachdem wir den Fuorcla Champatsch (2730 hm) also passiert hatten, folgte eine rasante Abfahrt über 12 km Länge. Wahnsinn: erst noch hochalpin über Steine und Geröll, dann über Wiesen und Forststrassen in den hübschen Ort Scuol im Engadin. Herrlich – das hat heut richtig Spaß gemacht. 

Der Gipfel nähert sich langsam, 7 Kurven noch, dann ist es geschafft. Es wird immer steiler, jeder Schritt ist ganz bewusst – auch eine Form der Übung in Achtsamkeit, fast wie beim Yoga und doch irgendwie – anstrengender. 
Nachdem wir den Fuorcla Champatsch (2730 hm) also passiert hatten, folgte eine rasante Abfahrt über 12 km Länge. Wahnsinn: erst noch hochalpin über Steine und Geröll, dann über Wiesen und Forststrassen in den hübschen Ort Scuol im Engadin. Herrlich – das hat heut richtig Spaß gemacht. 
Und ab in die Sauna… Entspannen im Sprühnebel-Gang, der Original nach ‚Ricola‘ duftet… 

Etappe VIII

Es hat sich bestätigt: die Wetterlage hat sich in der Nacht von Freitag auf Samstag so sehr verändert, dass die Alternativroute der letzten Etappe gewählt werden muss.

Wir stehen also nocheinmal um 05.00 Uhr morgens auf, um einen Happen zu essen und um pünktlich um 07.00 Uhr starten zu können.

Es regnet, die Temperatur liegt bei 7 Grad. Ein kurzer Rückblick auf letzten Samstag, an dem wir den Trans Alpine Run gestartet sind: da war noch Sommer! Und was haben wir geschwitzt… Niemand möchte heute in die Startaufstellung, um dem Regen länger als nötig ausgeliefert zu sein. Aber das Drehbuch sieht einen pünktlichen Start vor, also mental drauf einstellen…und los geht es. Die letzte Etappe, der achte Tag in Folge, ist nun  in vollem Gang. 

Wir laufen zunächst leicht bergab auf Asphalt, erst nach ca. 17 km biegen wir auf Forststrassen bzw. Trails ein. Da die Schneefallgrenze auf knapp unter 2000m gesunken ist, laufen wir heute nur auf 1640 hm (Abstieg 1263 hm – beide Werte sind handgemessen!). Es geht über St. Georg nach Stilfs bis nach Gomagoi, dann folgt ein nicht endender Aufstieg, so dass die Überraschung groß ist, als Martin die letzten 5km ankündigt. Ging doch schneller als erwartet – wir haben das Gefühl für Distanzen in dieser Woche verloren – oder neu interpretiert? 

Die letzten Meter… sie ziehen sich in die Länge, es geht nochmal bergan, der folgende Downhill ist so rutschig und verwurzelt, dass wir Tempo rausnehmen müssen. Wenn wir jetzt noch umknicken, auf die letzten Meter – geht gar nicht, wir wollen einfach ins Ziel, gesund und vollständig. Hat ja bisher auch immer gut funktioniert. 

Und plötzlich ist der Trail vorbei, wir haben die Straße unter den Füßen, nur noch 300m – beschleunigen, die müden Beine nochmal fordern, noch 200m – den anstehenden Schnupfen ignorieren, die letzten 100m… Der Versuch zu realisieren, was wir da geleistet haben… Das Ziel ist erreicht, die Uhr stoppt heute bei 05:05 Stunden. Nicht ganz pünktlich zum Mittagessen in Sulden – aber geschafft… Acht Tage intensive Schinderei sind vorüber. Jetzt einfach ankommen, entspannen, genießen. Es ist noch nicht ganz zu verstehen… Das wird wohl noch dauern. 

  
Diese acht Tage haben sich wie mindestens 2 Wochen angefühlt; so viele Eindrücke und Erlebnisse. Unfassbar, unbeschreiblich, unglaublich.

  

Etappe VII

Ciao – Buongiorno a tutti! Wir haben heute das Vinschgau, Val Venosta, erreicht. Majestätisch thront der Ortler (3905 Meter über dem Meer) vor uns und strahlt Ruhe und Würde aus. 

   

Italienische Frische und Urlaubsglück empfängt uns nach der heutigen – nach unserer Meinung – hübschesten und ausgewogensten Etappe des TAR 2015. 

  

  
  
 
Wir haben uns bewusst etwas Zeit gelassen, um die Eindrücke wirken zu lassen. Denn wir haben einen grandiosen Aufstieg durch die Uina Schlucht über die Landesgrenze Schweiz – Italien auf den höchsten Punkt, den Schlinigpass, überwunden. 

    

Vorbei an der Plantapatsch Hütte und nochmal ein  schöner Anstieg auf ein Hochplateau  und auf den Schafberg. Von dort aus dann nochmal die Downhill-Qualitäten gezeigt und 8 km hinab nach St. Valentin auf der Haide. 

  

Nicht weit von hier liegt der berühmte Reschensee mit der Ortschaft Graun; hier wurde in den 1950er Jahren alle Gebäude gesprengt, um das Stauseeprojekt zu realisieren – einzig der Kirchturm hat ‚überlebt‘ und blickt traurig aus der Wasseroberfläche heraus…

Wir haben heute auch traurig geschaut und haben beschlossen: wir gehen raus. Raus aus dem Camp 😉 wieder im Duft der Schuhe, wieder die Ausdünstungen der Mitläufer aufschnuppern ,’Koan Bock‘ auf Schlange stehen beim Duschen, und die nächtlichen Taschenlampen-Funzelgänge der anderen. Nun wieder dekadent im Hotel – EIN BETT und RUHE.

Die Fakten der Etappe VII – von Scuol nach St. Valentin: 37,8 km bei 1.633 hm himmelwärts und 1.376 hm ins Tal. Tagesplatz Rang 9, die Stimmung ist gut, bisher hatten wir beste Bedingungen…

  

Ausblick: Für morgen ist eine Kaltwetterfront vorausgesagt, die Schneefallgrenze wird auf 2000 hm sinken, so dass die letzte Etappe nicht in der Originalroute gelaufen werden kann.

  

   
 

Etappe V

Heute steht unser Ruhetag auf dem Programm: 7 km Bergsprint 😉

Start ist in Samnaun, die Teams werden im 20 Sekunden-Takt auf die Strecke geschickt. Das Ziel liegt wieder bei der Bergstation, bei der wir gestern schon unsere Pasta-Party verbrachten – auf 2499 hm, wir mussten 731hm überwinden.

An sich hätten die Beine nicht begeistert sein dürfen, nach den vorherigen Erfahrungen. Die Muskeln sind auch schon ordentlich schwer und unflexibel aber scheinbar geht immer noch was… Zumindest bei Martin zeigt sich dieses Potenzial ganz deutlich: den Bergsprint hat er mal fein säuberlich in 59 min abgehakt, da hatte Alex echt zu kämpfen und ist mit ner halben Minute Rückstand oben eingetroffen. Und eigentlich sollte doch der Terrier von der Leine gelassen werden, um sich mal richtig auszuarbeiten – doch Herrchen war schneller 🙂 Das bedeutete am Ende Rank 5 bei der Kategorie Mixed und Rank 55 Overall. Gar nicht schlecht 😉

Gleich im Anschluss an den Sprint gibt es oben Mittagessen und danach steht der Tag zur freien Verfügung!

Etappe IV

K – wie Kopfschmerzen, kaputte Zehennägel, kein Ende in Sicht, K.O.

Nach einer weniger erholsamen Nacht im Camp Landeck sind wir heute auf die KÖNIGSETAPPE unserer Alpenquerung aufgebrochen. Um 07.00 Uhr war Anpfiff – um 05.00 Uhr aufstehen… Da hat man mal wieder was vom Tag! 

Leider quälte sich Alex den gesamten Tag mit Kopfschmerzen, die bei den Anstiegen nun auch nicht unbedingt besser wurden. Martin dagegen litt im Abstieg an seinen farblich neuen Zehennägeln, die immer wieder neue Stauchungen aushalten müssen. 

  
Es war eine lange, körperlich wie auch mental zehrende Etappe über tolle hochalpine Trails, vorbei am Fisser Joch (der längste Anstieg des gesamten Events), am Kölner Haus, übers Arrezjoch bis hoch zur Ochsenscharte (2787 hm). Dann bergab über die österreichisch – schweizerische Grenze nach Samnaun. 

  
Dort warte ein Camp der Luxusklasse: mit Benützung der Sauna und Wasserwelt inklusive – genau das Richtige jetzt!!

Nebenan die Bäckerei Rechsteiner, die die köstliche Samnauer Nusstorte backen… Und da das Thema ‚Essen‘ seit einigen Tagen einen elementaren Stellenwert eingenommen hat, war auch das: genau das Richtige jetzt!! 

Facts and Figures: 45,7km bei 2861hm bergauf und 1842hm ‚Talfahrt‘. Wir sind guter Dinge, konnten unsere Platzierung halten, trotz mentalem Tief heute. Ein besonderes ‚Bonbon‘ oder ‚Bieberli‘, um in der Schweiz zu bleiben, hatten die Veranstalter noch: zur Nudelparty sind wir mit der Gondel auf die Bergstation ‚Alp Trider Sattel‘ gefahren… Schööööön!

  

Etappe III

And here are the latest News of the ‚Trääänz Älpaiiine Rannn‘ – so langsam nimmt die Freakshow hier ihren Lauf…

Der dritte Tag führte uns von St. Anton am Arlberg, wo wir ein schönes Camp im ArlbergWell hatten, nach Landeck. Die Strecke war ursprünglich mit 40 km beziffert – am Ende hatten Martin und einige weitere Mitstreiter 45 km gemessen. Aber was machen schon 5 km mehr? Die Strecke führte über schöne Trails durch Wälder, alles fein verwurzelt und toll zu laufen. Die Sonne gab wieder Vollgas, hatte aber nicht die Chancen durchzubrechen, da wir gut geschützt von den Bäumen waren. Insgesamt eine ausgewogene, flowige Strecke, ohne gefährliche Passagen, die Trails führten uns über saftige Wiesen mit Blick auf schneebedeckte Ferner – ein Traum 

 
Der Abstieg nach Landeck bedeutete Höchstleistung für die Knie: 10 km bergab von 1850 hm auf 800 hm – da ist ein guter Quadrizeps Gold wert 😉 

  

Nach Zieleinlauf im Ort mussten wir sofort unsere Wasserspeicher füllen, wie trinken hier gut und gerne 5-6 Liter. Anders geht es nicht. 

Rückblickend: Das Camp hier war eine Erfahrung der besonderen Art, da wir im Duschkontainer Körperpflege betreiben durften – in der Turnhalle war es warm, voll und unruhig. Nicht so optimal, vorallem nicht nach diesem langen Tag.

Hier die nackten Fakten: 45km bei 2019 hm im Auf- und 2494hm im Abstieg. Platz 8 im Klassement ‚Mixed‘ – was uns glücklich stimmt, da starke und erfahrene Teams dabei sind. Und Hauptsache: wir bleiben gesund, fröhlich und ein bisschen schrääääääg 😉

Etappe II

Der 2. Tag der ‚Tour de Grill‘ hat uns  in mancher Hinsicht stark überrascht. Dachten wir am Morgen in Lech noch, dass es sich um läppische 25km handelt, die ja ruckzuck gelaufen sind… Wäre da nicht der Aufstieg zum Rüfikopf gewesen, der sich endlos zog, da eine lange Schlange den schmalen Trail emporkroch. Nichts für Ungeduldige, wer nicht gerne im Stau steht, hat verzweifelt eine passende Überholmöglichkeit gesucht. Im Nachhinein allerdings war dieser eher zögerliche Start Gold wert. Auf dem Rüfikopf angekommen, lies die Sonne ihre unbändige Kraft erahnen. Und es wartete noch ein ganz besonderer Aufstieg auf uns…

  
Die heutige Aufgabe hieß: stark verblockte Trails möglichst zügig und am besten verletzungsfrei zu meistern. Haben wir geschafft!

  
Eine weitere Herausforderung lag dann im vertikalen Lauf, 2km bei 600hm. Da war man gut beraten, wenn man sich gerne kletternd vorwärts bewegt. Das Ziel des Aufstiegs lag auf dem Valfagehrjoch – eine Geröllwüste vom Feinsten. Auf die während des Aufstiegs oft gestellte Frage nach dem ‚Warum‘, kann Google nicht beantworten 😉

  
Belohnt wurden wir mit einem 6km langen Abstieg nach St. Anton am Arlberg, dort haben wir nun auch unsere Plätze im Camp bezogen. Die gemütlichen Nächt im Hotel haben (vorerst) ein Ende – wenn wir hier schon starten, dann so richtig!

Die Fakten: 25 km bei 1899hm im Aufstieg, 34 Grad. Stimmung: zwischendurch so lala, mit Tendenz zur Besserung 😉

  

Etappe I

Oder: schweißgetränkt über Stock und Stein. Zwar hat man ja – nicht nur in diesem Jahr – schon ne ganze Menge Blödsinn mitgemacht, der heutige Tag lässt sich jedenfalls ganz gut in diese Episoden-Listung einreihen.

Um 10 Uhr ging’s bei feinstem Sonnenschein in Oberstdorf auf die erste Etappe. Nervös, aber nicht unendlich angespannt – alles im Rahmen. 

 Der Anstieg zum Freibergsee ließ schon erahnen, wie sich die Temperaturen entwickeln würden: es war schon jetzt tropisch drückend. Ganz anders als sonst, wenn in Alpennähe Wettkämpfe von uns bestritten werden…

Für Alex bestes Wohlfühlwetter, Martin hätte sich ein erfrischendes Bad im eben passierten Freibergsee gut vorstellen können. So nahm das Rennen seinen Lauf… an Verpflegung 1 (V1) waren die Trinkblasen fast leer, Auftanken absolut nötig. Nach gefühlten 20 Bechern Wasser und Iso ging die Reise dann wirklich los, denn vor uns lag – sehr pittoresk – der Anstieg zum Füdelepass und abschliessend die Mindelheimer Hütte 

 
 Wind war nun auch Mangelware, dafür wurde der Weg immer verblockter und zwischen den Bergen fing sich die Hitze schlimmer als in Saunaaufgüssen der Kategorie ‚rot‘. Immer steiler präsentierte sich der Trail, so dass man voll und ganz im ‚Hier und Jetzt‘ war. Die Belohnung war die Aussicht, die eine mächtige und atemberaubende Bergwelt zeigte. 

Dem Flüderepass folgte ein nicht minder warmer Anstieg zur Mindelheimer Hütte. Hier war ein sprudelnder Wasserhahn die letzte Rettung. Alle Teilnehmer umzingelten diesen Wasserlauf wie die Wespen den Kuchen. Und das ist sicher, ohne ihn hätten wir V2 eher nicht erreicht, die lag in Warth – noch über 15km entfernt.  

 
Ein extrem verblockter Trail schloss sich an, unsere Schuhe konnten sich hier gut in Szene setzen und manchen Stein abwehren. Es folgte: der Aufstieg zum Schrofenpass, immer noch warm, wir schon wieder durstig aber entschlossen, die mittlerweile stahlseilgesicherten Pfade zu meistern 😉

Bergab wurde der Weg etwas komfortabler und V2 lag in Sicht, Warth war also nicht mehr weit!

Nach einer Rast mit reichlich Wassermelone und Iso gingen wir auf den letzten Abschnitt, ein Teil des schönen Lechweges entlang immer noch in der prallen Sonne, so dass sich Arme und Beine mit jedem Schritt dunkler färbten. Und nach knapp 6 Stunden belohnten wir uns mit zünftigem Almdudler und köstlichem Apfelstrudel.

Fakten: Das Ziel in Lech erreichten wir in der Wertung ‚Mixed‘ auf Rang 12 von 35 Teams. Die Stimmung: durchwachsen 😉